| JENNA + RON im Interview | ||
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| Archiv / X-Ray Aktuell - Artikel vom: 09.03.2007 Jung und willig Das Interview führten die Gewinner des Meet&Greet-Gewinnspiels und Martin Jenna + Ron starten seit ihrem Auftritt beim Bundesvision-Songcontest so richtig durch. Beim Meet & Greet ließen sie sich in der X-ray-Redaktion von einer ganzen Fan-Truppe mit Fragen löchern. X-ray: Ihr kommt aus einer ziemlich musikalischen Familie... Jenna: Ja, unsere Mama war Sängerin bei Christine D. Als sie mit mir hochschwanger war, stieg eine Single von ihr in die Top Ten der Charts. Unser Onkel ist bis heute Drummer bei der Punkband Pankow, ein anderer Onkel war Komponist. Sehr viel klassisches Zeug also auch, mit dem wir aufgewachsen sind. X-ray: Was sind eure musikalischen Einflüsse? Ron: Die sind sehr unterschiedlich. Ich habe mit 13 oder 14 Jahren angefangen, in einer Punkband zu spielen. Wir haben sehr viel live gespielt, sind auf Tour gegangen. Jenna war musikalisch in einer ganz anderen Schiene, eher im Mainstream. X-ray: Wie ist euer Geschwister-Act letztendlich entstanden? Ron (grinst und zeigt mit seinem Finger auf Jenna): Sie war es! Jenna: Ich wollte schon immer raus in die Medien, allen Leuten zeigen, was ich kann. Es gibt eben so viele Bands mit einer Sängerin, dass es einfach gar nicht mehr interessant ist, etwas ähnliches aufzubauen. Geschwisterduette gibt es halt noch nicht bzw. nicht so oft. Deswegen habe ich lange, lange bei Ron darum gebettelt, zusammen Musik zu machen und habe viele, viele Neins einkassieren müssen. Das war schon anstrengend! Ron: Vor ziemlich genau zwei Jahren haben wir uns dann zusammengetan und unsere unterschiedlichen Stile gemischt. Und seitdem gibt es Jenna + Ron. X-ray: Jenna, womit hast du Ron am Ende überzeugt? Jenna: Mit der ersten Probeaufnahme: ich habe einen Produzenten aufgerissen, und die ersten Aufnahmen gemacht. Ron war davon voll begeistert und ist danach mit ins Studio gekommen. Ron: Der Produzent, Mick Schröder, hat mich überzeugt, dass Mainstream doch gar nicht so schlimm ist - und einem sehr viele Freiheiten lässt. Ich hatte den Drang zu arbeiten, und es hat mich gestört, dass in der Punkszene nicht so viel Wert darauf gelegt wird. Es war mehr auf Party ausgelegt. Ich wollte aber ein bisschen mehr. Da hat eine Neuorientierung einfach gepasst. X-ray: Du bedauerst deinen Wechsel zum Mainstream also nicht? Ron: Nein, ich freue mich eher über diese Entscheidung! Man hat sehr viel mehr Möglichkeiten, muss sich nicht auf eine Genre spezialisieren. Unser neues Album ist musikalisch sehr, sehr vielfältig. 14 verschiedene Songs, die aber dennoch eine klare Linie haben: Jenna + Ron. X-ray: Wie entstehen eure Songs? Ron: Die entstehen immer bei uns. Bei mir, in einem kleinen Studio, wird vorproduziert. Dann geht es ins große Studio, und das Material wird fertiggemixt. X-ray: Seid ihr die White Stripes von Wittenberg? Ron (lacht): Sonst werden wir mit Cindy und Bert verglichen. Um das mit Wittenberg klarzustellen: Wir sind beim Bundesvision-Songcontest für Sachsen-Anhalt angetreten, weil daher unsere musikalischen Einflüsse kommen. Wir wohnen schon seit langer Zeit in Berlin, und fühlen uns auch als Berliner. Jenna ist ja auch in Berlin geboren. Nach Wittenberg, wo ich geboren wurde, sind wir eigentlich nur immer über die Sommerferien gefahren. Jenna (mit verrücktem Blick): Also, ich würde auf jeden Fall sagen, dass wir die White Stripes von Wittenberg sind! Ron und ich waren ja auch mal ein Paar, wir sind gar keine Geschwister (lacht). Ron: Nein, das ist natürlich völliger Quatsch! Wir sind natürlich Geschwister und das ist die ehrliche Geschichte! Das macht uns auch aus: wir versuchen uns gar nicht zu verstellen, uns ein Plastiklächeln aufzusetzen, wenn man nicht allzu gute Laune hat. X-ray: Worauf darf man sich den bei eurem ersten Album freuen? Jenna (begeistert): Vor allem auf unsere nächste Singleauskopplung, Sterne! Ich bin glücklich, dass man sich beim Label entschieden hat, den Song jetzt auch als Single rauszubringen. Ich hätte es ja als erstes Lied von uns rausgebracht (lacht). Ich finde, Sterne haben etwas sehr Schönes und Romantisches an sich. In dem Song geht es um Zukunftsängste - vor allem um die Angst, erwachsen zu werden, und selbstständig sein zu müssen. Gerade auch beruflich. Wenn man an sich so sieht, was alles bei uns passiert, kann man ja nur Angst kriegen (lacht). Ron: Sterne ist ein gutes Beispiel für das ganze Album. Es geht viel um Liebe und Leidenschaft, aber auch sehr, sehr viel ums Erwachsenwerden, seinen Platz in der Welt zu finden. Ich bin stolz auf die Texte, denn wir haben versucht, nicht überall die Herzschmerz-Geschichten einzubauen. Wir haben eher daran gearbeitet, andere Perspektiven und neue Wörter zu finden. X-ray: Woher nehmt ihr die Ideen für eure Texte? Jenna: Die sind ja halb autobiographisch. Das haben wir schon alles selber erlebt, manchmal haben wir dann ein paar kleine Änderungen vorgenommen und ausgeschmückt oder auch ein wenig trauriger, als es alles war. Aber zu jeder Person gibt es da eine bestimmte Person und ihr Schicksal. Sprichst du da auf einen besonderen Text an? X-ray: Zum Beispiel Jung und Willig, eure aktuelle Single... Jenna: Es geht jetzt nicht darum, dass wir voll geil sind (lacht). Ron: Es geht er um das Motto Mach, was du willst!. Für mich ist der Song eine Zusammenfassung unserer Arbeit der letzten zwei Jahre. Wir haben uns damals gesagt, dass wir einen Plattendeal haben wollen, Musik machen, Konzerte geben und haben dafür richtig hart gearbeitet. X-ray: Was unterscheidet euch denn von anderen deutschen Mainstream-Bands wie Juli, Silbermond etc.? Ron: Ich glaube, wir haben - was die Produktion angeht - wesentlich mehr Freiheiten. Ich mag die Musik von Juli und Silbermond! Wir aber haben zum Beispiel keine Band, sind nicht zu viert oder fünft im Proberaum, sondern zu zweit. Wir haben alle künstlerischen Freiheiten, können machen, was wir wollen: Ob Bläser, Geigen oder was auch immer wir in die Produktion einfließen lassen wollen. X-ray: Was für ein Gefühl war es für euch, beim Bundesvision-Songcontest mitzumachen? Ron: Es war etwas ganz Besonderes! Ich bin vorher noch nie in einer Live-Show aufgetreten. Außerdem ist Stefan Raab ja auch nicht der einfachste Moderator, auf den man treffen kann. Das war schon eine Lektion für sich! Jenna: Das war die Hölle! (lacht). Das war, als ob jemand den Käfig aufmacht und sagt: Jetzt setz dich mal hier auf das Sofa vom Raab. Ron: Aber ich muss schon sagen, er war sehr nett. Jenna: Unfassbar nett. Aber es war echt so aufregend! Das war unser erstes Interview - und dann gleich beim Raab das wünscht sich niemand (lacht) . Ron: Wir standen hinter der Bühne, dann wurde die Zeit bis zu unserem Auftritt runtergezählt wie bei einem Raketenstart (lacht). Ich war so aufgeregt, aber auf dem Sofa war dann die Aufregung verflogen. Jenna: Ich war total auf einem Film, und konnte mich danach an gar nichts mehr erinnern. Mir war so warm, und ich hatte einen roten Kopf. Wie eine Tomate. Zum Glück hatte ich eine ganze Ladung Make-up drauf, da kam nix durch Gott sei Dank (grinst). Das Interview führte Martin von x-ray (Remscheider General-Anzeiger) |
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