Foto DANIEL CIRERA © Susann Pfeiffer Foto DANIEL CIRERA © Susann Pfeiffer
DANIEL CIRERA
www.daniel-cirera.de
www.myspace.com/danielcirera
Singer/Songwriter.….klar. Haben wir schon gehabt. Aber jetzt kommt Daniel Cirera.
Und wir müssen umdenken.
Er singt über den perfekten Blowjob mit einer Traumfrau. Rechnet mit seiner pseudovegetarischen Ex ab, die ihn betrogen hat. Redet über das erste Mal und über das zwanghafte Bedürfnis von Männern, sich einen Hund zuzulegen, nachdem sie verlassen wurden. Und benutzt in seinen Songs mit Ohrwurmqualität Vokabeln wie "full of shit", "go to hell", "motherfucker", "bitch-talkin", "cock-suckin... " Wie bitte? Seit wann dürfen Singer-Songwriter denn so reden? Dieser Mann macht's einfach. Aber bei Daniel Cirera ist eh alles anders. Der junge Singer- Songwriter ist Schwede mit spanischem Blut, gesignt wurde er vom Hip Hop-Glam Label Tommy Boy, auf seinem Album covert er mal eben die Sex-Pistols, und seine Songs kommen zwar locker eingängig daher, haben aber für die Texte teilweise den schwarzen Sticker verdient, die wir sonst nur von Rap-CDs kennen... „explicit“ Ein wilder Mix, der aufhorchen lässt, der in keine Schublade passt...und gefällt. Der 26jährige Stockholmer legt mit "Honestly I love you *cough* ein Debütalbum vor, das vielleicht deshalb so gut ist, weil es aus wahrem Leid entstand... Denn die Geschichte dazu geht so: Daniels Freundin betrügt ihn, seine Welt bricht zusammen. Der junge Schwede packt die Koffer und sein zerbrochenes Herz, reist quer durch die USA und Mittelamerika... schreibt Tagebuch, um alles zu verarbeiten, und komponiert ein paar Melodien auf seiner Gitarre. "Honestly I love you *cough*" schrieb der Sohn eines spanischen Vaters und einer schwedischen Mutter an verschiedenen schönen Orten der Welt. Von einer Hängematte in Honduras bis zum Strand in Kalifornien... und einem 15qm Loch in Madrid, das er mit einem Schwulen und einem Hetero-Mann teilte. An eine Veröffentlichung seiner Songs, die doch eigentlich nur Erlebtes verarbeiten sollten, hatte Daniel, Popstar wider Willen, nie ernsthaft gedacht: Er nahm sie nach der Rückkehr von seiner Amerika-Reise im Kellerstudio mit seinen WG-Kumpels auf: "Eigentlich nur so für mich... aber als ich es Freunden vorspielte, fragten mich plötzlich alle, ob sie auch eine Kopie haben könnten..." Die machten och eine Kopie und noch eine und Daniel staunte nicht schlecht, als er eines Nachts nichts ahnend in einem Club stand und der DJ seine Musik spielte. Daniels Musik breitete sich aus wie ein Lauffeuer.

Im September 2004 wurde die CD offiziell in Schweden veröffentlicht. 3 Videos kamen in die Heavy Rotation beim skandinavischen MTV. Daniel wurde bereits als bester Newcomer von der Association of Independent Music gewählt. Die Singles "Motherfucker - Fake Vegetarian Ex-Girlfriend", "Roadtrippin" und "She rules the school" waren bereits Hits, bevor die CD überhaupt veröffentlicht wurde. Und einen kleinen Skandal gab es auch: Die Teilnahme an einer Roadshow auf Festivals mit mehreren anderen schwedischen Künstlern wurde Daniel Cirera abgesagt. Zu ungewöhnlich, zu freizügig, befanden die Verantwortlichen. Gut so, denn stattdessen nahm Daniel sein Schicksal in die eigene Hand und veranstaltete auf der Suche nach internationalem Gehör auf der Musikmesse MIDEM 2005 in Cannes kurzerhand seinen eigenen Showcase. "Wir mieteten einen Stripclub direkt neben dem Hotel...der Laden war brechend voll.“ So wurden die Plattenbosse des Kultlabels Tommy Boy (Digital Underground, House of Pain, Queen Latifah) auf ihn aufmerksam und nahmen ihn unter Vertrag.

Mit "Honestly I love you *cough*" schafft Daniel Cirera es mal so nebenbei, das Singer- Songwritertum komplett umzudefinieren: Die Melodien sind straight, eingängig, sparsam und gefühlvoll produziert. Da ist "Roadtrippin", ein gute-Laune Stück, das er nach einem Surftag mit einem Freund schrieb und das auch genauso klingt. Dann das treibende "She rules the school", das fast ein acousticelectro- dance track ist. Die Texte sind ungewöhnlich offen, rough und real. Und der junge Künstler selber...Ein Mann wie ein ungeschliffener Diamant...unverbogen, authentisch und vor allem talentiert. Sogar das Kultstück "Anarchy in the UK" von den Sex Pistols covert er, ohne, dass es aufgesetzt wirkt ("Sid würde mir dafür einen kräftigen Tritt in den Hintern geben, aber das Stück ist pure Poesie"). "I just wanna be/anarchy" scheint Daniel Cirera aus der Seele zu sprechen. Dabei ist Daniel keineswegs ein Bad Guy...der Surfertyp mit Vorliebe für Flipflops und Chucks folgt
lediglich seinen Prinzipien beim Songwriting. Und die wären: 1. alles offenbaren und 2. nichts zu ernst nehmen. „Denn schliesslich“, bekennt er schmunzelnd, „gehe es ja nur um die Gefühle anderer Menschen.“ Daniel ist virtuos an der Gitarre - kein Wunder: die erste bekam er mit 13. Und als Vorbilder nennt er Evan Dando von den Lemonheads, R&B-Jazzerin Sade, und den Mann, der ihn zum Gitarrenspielen inspirierte: den Poison-Gitarristen CC Deville. Wo kommt so ein Ausnahmetalent her? Geboren in Malmö, Mitglied einer Band...Hochschule, Abschluss in Wirtschaftsrecht...gründete als fertiger Jurist einen eigenen Verlag...und als er herausfand, dass seine Freundin ihn betrogen hatte, wurde sein geregeltes Leben aus den Angeln gehoben. Junger Mann mit Herzschmerz entdeckt die Welt, schreibt sich mit furchtloser Offenheit alles von der Seele, findet wieder zu sich selbst ...und startet durch... das also ist so ungefähr die Geschichte des Daniel Cirera.
.
Dass dabei dieses wunderbare Album für uns herausgekommen ist, ist eher Zufall. "Honestly I love you..*cough* " ist wie ein vertontes Tagebuch...aber keins mit Blümchen vorne drauf. Eher eins, in dem jemand mit dickem Edding ein paar schmutzige Zeichnungen gekritzelt hat... Das, zusammen mit Daniels unglaublichem Talent für gute Melodien, macht ihn zum Authentischsten, Roughsten, aber auch Sympathischsten, was es seit langem in der Musik gab. Die Freundin, die Pseudo-Vegetarierin, die ihn einst betrogen hat, wird sich noch ärgern....

Textquelle: www.daniel-cirera.de