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| Biografie Wahrscheinlich beginnen Künstlergeschichten immer irgendwie ähnlich. Mit der Haarbürste vor dem Spiegel und dem Traum, es irgendwann zu schaffen. Später dann gefolgt von einer Zeit, in der man versucht, den Traum zu leben, in der aber wenig klappt und rein gar nichts nach vorne zu gehen scheint. Dann irgendwann doch so etwas wie der große Knall. Steve und Jan wollten es wissen. Zusammen lebten sie in einer WG in Frankfurt-Rödelheim, hatten zusammen die Crew „Dreckskind und Pechvogel“ am Start, bei einem Label, das sich „Herz und Verstand“ nannte und ein Album veröffentlicht mit dem Titel „Lebensart“, von dem sie sogar 1.200 Einheiten absetzten konnten. Sie quälten sich durch die Jugendhäuser, mit Zuhörern, die schwer zu überzeugen waren, vor denen man alles geben musste und die am Schluss doch immer überzeugt waren. Es gab Respekt. Geld gab’s keins und so verbrachte man die übrige Zeit mit Nebenjobs bei Sixt, UPS, Promo für Katzenfutter, im Sandwichladen, in der Disko und anderen Dingen. Ein Leben von der Hand in den Mund. Alles was man hat, immer wieder in die Musik stecken. Die Eltern beobachten das Schaffen mit Argwohn. Brotlose Kunst, nennen sie das, was Steve und Jan da treiben. Egal. Wir glauben dran. „Payin da Dues“ eben. Da muss jeder durch. Tausendmal gelebt. Das Leben von Millionen anderen Musikern, die auch diesen Traum verfolgen. CJ Taylor aus Aschaffenburg, wusste auf der anderen Seite ebenfalls schon im Kindergartenalter wo sein Weg enden wird. Ich werde Musiker, gab er zur Antwort, wenn ihn die Lehrer fragten, was er werden wolle. Allerdings hatte der Sohn einer Deutschen und eines Amerikaners auch tatsächlich Talent. Er konnte singen. So wie nicht viele. Mit 8 wurde er Stadtmeister in einem Tanzwettbewerb. Hypedance. Der MC Hammer-Tanz. Mit 10 sang er bei einer Schulaufführung eine Coverversion eines Boyz II Men Stücks. Da war alles vorbei und er merkte, was seine Stimme ausrichten kann. CJ war auf dem HipHop-Film. Dass er nicht beim Rap landete, lag schlicht und einfach daran, dass die Mädchen Singen lieber mochten und er es wesentlich besser fand, von den Mädchen wegen seines Gesangs cool gefunden zu werden, als von den Jungs Props für seine Reime zu bekommen. Und so fing er an, auf Mixtapes und als Live Act im Set von befreundeten DJs zu singen bis schließlich mehrere Diskothekenbesitzer darauf aufmerksam wurden und es am Schluss sogar ganze Abende mit CJ Taylor gab. Kleinere Erfolge eben. 3 Schritte vor, 2 zurück. Tausendmal gelebt. Das Leben von Millionen anderen Sängern, die auch diesen Traum verfolgen. Doch dann kam das eine zum anderen und das Ganze wurde mehr als die Summe seiner Teile. Nach einem zweijährigen Abstecher nach Hamburg kehrte CJ nach Aschaffenburg zurück, leicht frustriert, dass auch in der Hansestadt, sein Traum vom großen Erfolg ausgeblieben war. Steve und Jan, immer noch in Frankfurt, zwar mit einer kleineren Clubtour gesegnet aber auch mit größeren privaten und gerichtlichen Problemen, ging es nicht viel besser. CJ immer unterwegs mit irgendwelchen DJs sah im Frankfurter Plattenladen Freshbeats die Platte von „Dreckskind und Pechvogel“ stehen. Der Besitzer meinte, dass er die beiden kennen würde und stellte den Kontakt her. Steve und Jan trafen sich mit dem Aschaffenburger. Klassische Cypher. Zeig mal, was Du kannst. Zeigt mal was Ihr könnt. Cool, das hört sich gut an. Lass was machen. Ein Song entsteht: „Verzweifelt“ und plötzlich kommt der eher auf Party und Saufen ausgelegte Rap von Steve und Jan eine etwas tiefsinnigere Komponente. Bei kleineren Auftritten merkt man schnell, dass diese Kombination aber irgendwie passt. Noch mehr Stücke entstehen. Lass mal eine richtige Band gründen. „Dreckskind und Pechvogel featuring CJ Taylor“ ist aber irgendwie zu lang. OK, was machen wir? Wir machen Rap und Soul Musik, also lass uns das RAPSOUL nennen. Und dann passiert es. Etwas, was man nicht beschreiben kann. Eine Wandlung vollzieht sich. Das, wovon man immer geträumt hat, beginnt sich zu realisieren und wahrscheinlich bemerkt man den unterschied am Anfang gar nicht. Aber es passiert. Die Dinge kommen in Bewegung. Talent paart sich mit Glück. Man trifft die richtigen Leute. Das Timing stimmt. Es geht los. RAPSOUL schließen sich ins Studio ein. Ein Song nach dem anderen entsteht und plötzlich, ohne recht zu wissen wie, ist ein ganzes Album fertig. Die Nachtwandler, ein Produzententeam aus Offenbach, sind begeistert von dem Material und zusammen wird das Homeproduction-Material musikalisch veredelt und dick gemacht, dass auch andere Kanäle Wind von der Sache bekommen. Ein Label interessiert sich für die junge Gruppe. Ein richtiges Label. Ein Major. Was unerfüllbar schien, so lange Zeit ist jetzt zum Greifen nah. Die Backstreet Boys suchen nach einem Support Act. Die Freude ist UNBESCHREIBLICH. Das ist es doch! Eine echte Tour. Mit Bus und allem drum und dran. Keine Jugendhäuser mehr, sondern große Hallen und Tausenden von begeisterten Zuschauern. Zuschauerinnen. Zeitgleich erscheint „Verzweifelt“ als erste Single, die auf Platz 21 der deutschen Single Charts einsteigt und sich in dieser Region 2 Monate lang hält. Es geht schnell. Schneller. Die zweite Single „Gott schenk ihr Flügel“ steigt auf Platz 15 ein und das Album „UNBESCHREIBLICH“ auf Platz 17. Das ist mehr als ein Achtungserfolg. Das fühlt sich gut an und 70.000 verkaufte Exemplare fühlen sich sogar noch besser an. Es folgt die erste erfolgreiche Headliner Tour mit eigener Live-Band in 18 Städten. Es gibt Autogrammstunden zu denen begeisterte Fans kommen. Videodreh in Barcelona. ECHO-, Einslive-Krone und COMET- Nominierungen. Ihre Hitsingles „Verzweifelt“, „Gott schenk ihr Flügel“, „Du und ich“ und „Sonnenschein“ verkaufen insgesamt über 150.000 mal. Die Radios spielen die Songs. RAPSOUL etabliert sich als Popact und plötzlich wird all das wahr, wovon man immer geträumt hat. Damals vor dem alten Rechner, den man sich von seinem letzten Geld gekauft hat. Damals, als die Devise lautete „Musik oder nichts“, weil was hätte man auch anderes machen sollen, als man von der Schule flog, ohne Abschluss oder mit einem verkackten Studium? Das ganze Drama bekommt plötzlich einen Sinn und die Sonne scheint tatsächlich ein bisschen wärmer. Heute. Mit ACHTERBAHN, ihrem neuen Album werden sich RAPSOUL endgültig im Popolymp der deutschen Musiklandschaft festsetzten. Ausgefeilte Songs, erzählen mal witzig, mal sehr persönlich und hintergründig von den letzten, turbulenten Jahren und den Erfahrungen, die man so gemacht hat. Im Guten wie im Bösen. Aber definitiv mehr Gutes. So kann’s weitergehen! RAPSOUL im Juni 2007. |
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